Stell Dir vor, jede Glühbirne auf der Welt wäre in der Lage, Daten zu übertragen?


Habt ihr vielleicht auch schon mal von Li-Fi gehört, sprich: Light Fidelity. Bei Li-Fi handelt es sich um eine Technologie, die vom deutschen Informatiker Harald Haas entwickelt wurde. Im Unterschied zu WLAN, bei der Daten per Funkwellen gesendet werden, funktioniert die Datenübertragung bei Li-Fi über Visible-Light- Communication (VLC), also einer optischen Übermittlung von Daten – kurz gesagt: Datenübertragung per Licht. Genial. Haas selbst prägte 2001 auch den Begriff Li-Fi und im selben Jahr taten sich IBSENtelecom aus Norwegen, die israelisch-amerikanische Supreme Architecture, TriLumina aus den USA und das Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme zum Li-Fi-Konsortium zusammen.

Wie funktioniert Li-Fi?

Realisiert wird die Datenübertragung über das Flackern einer LED-Lampe. Die Flacker-Frequenz kann vom menschlichen Auge nicht wahrgenommen werden, ist aber dazu in der Lage, höhere Übertragungsraten als WLAN zu erreichen. LEDs senden durch schnelles An- und Ausschalten Lichtsignale an Fotodioden – die wandeln die Lichtsignale dann in elektrische Impulse um. Das funktioniert wie beim WLAN nur auf kurze Distanz, ist aber um ein Vielfaches schneller. Unter Laborbedingungen wurden bereits 10 Gigabit pro Sekunde erzielt.

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Jugnu LED-Lampe mit 1 Gigabit pro Sekunde (Bild: Velmenni)

Wie die International Business Times nun berichtet, funktioniert diese Technologie schon in einer realistischen Umgebung äußerst schnell: Das Startup Velmenni aus Estland hat mit Jugnu neue LED-Lampen entworfen, die per Li-Fi Daten übertragen. Immerhin 1 Gigabit pro Sekunde ist damit möglich, was bedeutet, dass per Velmenni-Leuchte ein HD-Film binnen Sekunden übertragen ist. Damit ist die Datenübertragung wie oben erwähnt 100 mal schneller als WLAN. Die optische Datenübertragungstechnologie, hat die Entwicklungslabore hinter sich gelassen und wird in Büros und Industriegebäuden in Talinn umfassend getestet. In drei bis vier Jahren möchte man diese Technologie dann Konsumenten zum Kauf anbieten können.

Jede Glühbirne soll künftig auch ein Li-Fi-Hotspot sein 

Der Informatiker Haas sieht optimistisch in die Zukunft und glaubt daran, dass die Infrastruktur durchaus dazu geeignet ist, künftig überall Li-Fi einsetzen zu können:

All we need to do is fit a small microchip to every potential illumination device and this would then combine two basic functionalities: illumination and wireless data transmission. In the future we will not only have 14 billion light bulbs, we may have 14 billion Li-Fis deployed worldwide for a cleaner, greener and even brighter future. 

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Harald Haas / Universität Edinburgh

Sollte der Deutsche Recht behalten, reicht ein winziger Chip pro Glühlampe, um aus einem Leuchtmittel ein Gerät zu machen, welches eben gleichzeitig auch Daten übertragen kann. Wieder einmal eine faszinierende Technologie, die wir aktuell zwar noch nicht nutzen können, aber die Zukunft „heller“ erscheinen lässt.

Im Rahmen der TED-Konferenz hat Harald Haas über die Li-Fi-Technologie und deren Möglichkeiten gesprochen…

 

 

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Veröffentlicht in Menschen, Produkte, Unternehmen
One comment on “Stell Dir vor, jede Glühbirne auf der Welt wäre in der Lage, Daten zu übertragen?
  1. […] arbeiten seit Jahren fieberhaft an der kabellosen Batterieaufladung und mit Bluetooth, Wireless und LiFi haben wir auch schon die Kabellose Variante von Datenübertragung. Ich denke, dass Apple sich […]

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