Wie Lidl seine Kunden betrügt…


In Spanien bin ich beim Einkauf schon Einiges gewöhnt. Falsche Auspreisung, Falsche Kassenpreise und irreführende Werbung an Produkten ist Alltag, wenn man die Supermärkte nutzt. Eine besonders dreiste betrügerische Methode habe ich nun bei Lidl in Inca festgestellt.

Ich kaufe dort regelmäßig ein bestimmtes Warensortiment, so zum Beispiel Frühstücksflakes für meine Kinder. Unter Anderem haben wir dabei vor einiger Zeit die „Special Flakes“ der Lidl eigenen Marke „Crownfield“ ausprobiert und zur Freude der Kinder den richtigen Geschmacksnerv getroffen.

Special Flakes von Lidl

Special Flakes von Lidl

Was natürlich sofort auffällt, ist der Einheitspreis für die verschiedenen Sorten. Die Packung ohne Beimischung hat allerdings 500g statt 425g bei den Packungen mit Zumischung von Schokolade oder roten Früchten. Insofern ist das vollkommen in Ordnung, da es sich ja um einen „Mehrwert“ handelt, den man preislich über weniger Inhalt, aber dafür zum gleichen Preis anbietet. Kein Problem.

Nachdem nun der neue Favorit auf dem Frühstückstisch gefunden war, kaufte ich vor zwei Wochen in der Lidl Filiale Inca alle drei Sorten ein. Erstaunt stellte ich an der Kasse fest, dass zwar für die „einfachen“ Flakes der ausgeschilderte Preis von 1,59 € berechnet worden war, jedoch für die mit Schokolade und roten Beeren mit 2,49 zu Buche schlugen. Ich reklamierte freundlich bei der Kassiererin diesen Umstand. Das erzeugte eine aggressive Reaktion und der Aussage, dass ich hier irren müsste. Nach ungefähr 2-3 Minuten Diskussion forderte ich sie auf, mit an das Regal zu kommen und sich selbst vom richtigen Preis zu überzeugen. Gesagt getan und vor dem Regal wollte sie mir dann weiß machen, dass ich „dumm“ bin, weil doch ganz klar der Preis von 2,49 € ausgeschildert war. Nachdem ich die Verkäuferin darauf verwies, dass es sich bei dem von ihr angeführten Preis um das höherwertige Produkt unter dem Namen „Master Crumble“ handele, wurde sie pampig und beschimpfte mich, musste aber dennoch an der Kasse mir den richtigen Preis für meine „Crownfields“ machen. Für mich war die Angelegenheit damit erledigt, wenn gleich sie auch unerfreulich war, weil ich mich vom Lidl Personal als Dumm und Dreist hingestellt worden bin, obwohl ich ja nun nachweislich im Recht war. Von Entschuldigung keine Spur. Egal.

Nein, nicht egal. Diesen Samstag war ich wieder im Lidl Supermarkt von Inca. Gleiche Produkte, gleiche Kassiererin – gleiches Problem…

Original Kassenbon

Original Kassenbon

Ich verwies wieder auf das Problem. Die Kassiererin würdigte mich keines Blickes und rief einen Kollegen hinzu. Dieser ging mit mir zum Regal und stellte folgendes fest; dass ich recht hatte. Die Kassiererin machte einen Rückerstattungsbon über 0,90 Cent, welche sie mir sichtlich genervt mit dem Geld in die Hand drückte. Leider musste ich sie darauf hinweisen, dass es sich ja um zwei Pakete handelte, ich also zweimal 0,90 Cent zu bekommen hätte. Das war wohl zuviel für sie. Ich durfte mir Beschimpfungen anhören, bis eine weitere „Fachkraft“ von Lidl dazu kam und den Fall mit mir auflösen wollte. Also wieder zurück zum Regal. Dort versuchte sie mir auf eine ziemlich dummdreiste Art verkaufen zu wollen, dass die „roten Beeren“ ein wesentlich teureres Produkt, als „Normal“ und „Schokolade“ wär, daher auch einen höheren Preis rechtfertigte. Ich erwiderte ihr, dass ich das sogar verstehen könnte, es aber nichts zur Sache täte, weil es eben von Lidl als Verkaufsangebot gleich ausgepreist ist.

Einheitspreis für alle Crownfields Flakes

Einheitspreis für alle Crownfields Flakes

Nun wurde sie unsachlich und anmaßend, wie schon ihre Kollegin und ich durfte mir so Einiges anhören, was ich hier lieber nicht wiedergebe. Sie wollte mir dabei doch tatsächlich den im Nachbarregal von der Produktgruppe „Master Crumple“ ausgewiesenen Preis als den hier Gültigen verkaufen und meinte mit Zornesfalte im Gesicht, das mein reklamierter Preis NUR für die Schokolade gilt. Daraufhin verwies ich sie auf ihr eigenes Preisschild, auf dem ja sichtlich erkennbar unter dem Preis die Bezeichnung red berries/choco stand, also der Preis für BEIDE gelten musste. Um es ihr noch deutlicher zu machen, zeigte ich ihr den Firmeneigenen Karton, indem sogar BEIDE Sorten zusammen verpackt waren.

Gleicher Karton - gleicher Preis

Gleicher Karton – gleicher Preis

Sie zeigte mir dafür an ihrem Barcode Scanner, dass beim lesen der Verpackung der Preis von 2,49 € erschien und nicht der ausgewiesene von 1,59 €. Ich sagte ihr, dass dies nicht mein Problem sei, sondern ein Problem von Lidl, was ihr ja schon seit mindestens zwei Wochen bekannt sein musste. Ich fragte, wieviele Kunden sich bereits darüber beschwert hätten, wenn es hier ein offensichtliches Preisproblem gab. Was jetzt kam, war an Frechheit nicht mehr zu überbieten und ich beendete diese unfreundliche Art der Kunden Kommunikation mit Gehen zur Kasse. Sie rannte mir hinterher und wollte mir den Karton „Red Berries“ in die Hand drücken, was ich ziemlich genervt zurückwies, mit der Aussage, dass sie diesen behalten könne und ich mein Geld zurück haben möchte. Mittlerweile hatte sich an der Kasse schon ein wenig Tumult unter den anderen Kunden gebildet, die dem Schauspiel frönten, jedoch auch das Verhalten des Lidl Personals missbilligend kommentierten. In diesem Moment der erhitzten Gemüter auf allen Seiten zeigte sich dann das wahre Ausmaß des Problems. Viele Kunden fingen an, sich über die vermehrt feststellbaren Täuschungsmanöver bei der Lidl Auspreisung zu beschweren. Ich hatte wohl ins Wespennest gestossen…!

Ehrlich, mir geht es doch nicht um 0,90 Cent Preisunterschied, mir geht es um die Ehrlichkeit. Wenn ein Preis draufsteht, muss es auch der Preis sein und nicht still und heimlich auf dem Kassenzettel ein wesentlich Höherer. In diesem Fall geht es um eine verdeckte und dreiste Preiserhöhung von fast 57%!!! So wie nun hörbar festgestellt bei mehreren Produkten. Das nenne ich Kundentäuschung und im juristischen Sinne sogar vorsätzlichen Betrug, da es dem Personal von Lidl offensichtlich bekannt ist und wissentlich angewendet wird. Da es nunmehr nicht das erste Mal ist, bei dem mich Lidl in Inca über den Warentisch ziehen will, überdenke ich eine Strafanzeige gegen das Unternehmen. Beweise habe ich genug und mal sehen, wieviele Kunden dem Staatsanwalt ebenso etwas zu erzählen haben…

Bleiben wir bei Lidl´s Werbeaussage: Lidl lohnt sich…

…ich sage NICHT!

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Veröffentlicht in Produkte, Unternehmen
12 comments on “Wie Lidl seine Kunden betrügt…
  1. Weazle Frank sagt:

    Danke für Deinen Mut. Ich passe jetzt auch etwas mehr auf. Ja…es lohnt sich wirklich bei Lidl den Kassenzettel zu kontrollieren. Und es lohnt sich auch die teure Werbung zu hinterfragen. Ich unterstelle nicht dem Konzern diese Machenschaften…doch der Konzern hat auf solche Dinge zu achten. Schreibe doch mal dem Marketing Chef oder der Qualitätssicherung. Und immer schön ganz oben anfangen mit den Beschwerden…bei mir hat das oft funktioniert. Weiter so…Frank

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  2. Eine Anzeige musst du gar nicht machen, ein Anruf beim Gewerbeaufsichtsamt (oder was die da so haben) reicht aus, um denen eine Abmahnung zukommen zu lassen. Allerdings ist das Verhalten der Mitarbeiter völlig unprofessionell und wird wohl von „Oben“ bestimmt, denn sonst wären die nicht so unverschämt.

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  3. leo sagt:

    Lidl kassen betrug ganz normal? bin auch gerade von Lidl an der kasse betrogen 3,79 zuviel berechnet, aber in Leonberg, da ich nur ab und zu dort einkaufe ist es ab heute erledigt, hab es erst daheim bemerkt, zu spät zu reklamieren, da die damen meistens sehr unfreundlich reagieren weil man überhaupt nach was fragt. Sind die schlecht bezahlt?

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  4. Julia sagt:

    Ja ich hatte heute einen besonders komischen Fall bei Lidl
    Die hohe endsumme kamen mir und meinem Mann zwar komisch vor, die Einzelposten des bons waren aber i.o.
    Zuhause dann nochmal alle zusammen gerechnet und siehe da, 20€ wurden zu viel berechnet. Mal sehen was morgen Lidl dazu sagt, wir haben es ein paar mal kontrolliert… Komisch ist es, da es ja alles eigentlich mit Computer gerechnet wurde… Scheint ein EDV Problem zu sein…. Wer weiß wieviele Kunden da noch betrogen wurden…

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  5. Manfred Kesper sagt:

    immer bei Lidl Zentrale in Barcelona beschweren, kenne diese Propleme in La-Nucia

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  6. Helena Bartel sagt:

    Guten Tag an alle.
    Wir haben heute bei Lidl eingekauft, gesamte Einkauf Betrag etwas über 8€ für paar Sachen aber wir haben über 25€ bezahlt, und Geld zurück zu kriegen lag bei ihnen nicht drin, die haben sich blöd gestellt in dem sinnen in eine Minute waren so viel Kunden das der nicht wusste wer grade da war, und nach uns waren zwei Männer die auch Kleinigkeit gekauft haben. Mal ist bei denen Kasse kaputt mal sonst noch was.
    Der Lidl um es geht steht in Hessen, Stadt Wetzlar, Westend.
    FINGER WEG von solche Geschäfte.

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  7. Hermann Gruber sagt:

    Dieses Problem ist leider kein regionales, sondern in ganz Spanien üblich. Eigentlich hat, würde ich einfach behaupten, das Personal nichts davon, reduzierte Waren zum Normalpreis zu verkaufen. Das Problem liegt eher daran, das ausgehend von Management bis zur Kassen und Regalbetreuer, keiner Ahnung vom Umgang mit Kunden hat.
    In der Annahme, das alle, außer sie selbst, verblödet sind, wird einem das als Kunden ganz unverfroren und lautstark vermittelt. Von Benehmen, Service und Kundenbetreuung haben die noch nie etwas gehört. Zum Glück sprechen wir gut spanisch um uns gegen dies Dreistigkeiten wehren zu können. Da Arroganz leider nichts mit Intelligenz zu tun hat, wird einem relativ schnell bewußt, wenn man das spanische Bildungssystem kennt. Da kommen eben für diesen Job nur Hochschüler in Frage, der Rest für Feldarbeiten. Somit ist, denk ich einmal, alles gesagt.
    Zu 90 Prozent, darauf sollte man auch achten, sind Großpackungen teurer als Kleine.
    Klever oder? Das die Kassenpreise bei Angeboten nicht stimmen ist altbekannt und trift nicht nur Lidl in Spanien.
    Man weiß natürlich nicht ob jede Filiale die Preise selbst in die Kassen eingibt oder ob die Kassen zentral über Net aktualisiert werden. Jedenfalls funktioniert es selten.
    Die Bilanz daraus: sofort den Kassenbon kontrollieren und selbst laut werden, dann sind sie
    auf der sicheren Seite. Sind sie zu leise, nimmt man sie nicht ernst. Spanische Mentalität.
    Von netten Spaniern – keine Spur.

    03189 Orihuele Costa

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  8. Gerhard Frenz sagt:

    Der Hammer ist der, dass diese falschen Preise dazu dienen sollen, den durch unentdeckten Ladendiebstahl auszugleichen! Wenn das Ladenpersonal ein Minus gegenüber der Zentrale ausweisen muß, muß das Personal dafür geradestehen und deshalb manipuliert das Personal bei den Produkten, bei denen eine solche Manipulation nur schwer und auch nur den sehr aufmerksamen Kunden auffällt, die Verkaufspreise. LIDL selber weiß oft nichts von solchen Manipulationen der Ladenpersonals! Die Verkäuferin war aber selten blöd – wenn ich solche Machenschafften entdeckt habe, habe ich bis jetzt noch nie Theater erlebt, sondern ohne eine Diskussion den richtigen Preis verrechnet bekommen.

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  9. Eisenhut sagt:

    Hallo aus Berlin, hab mal so aufs geratewohl nach „LIDL betrügte seine Kunden“ gegoogelt … und siehe da , bin nicht der Einzige .in letzter Zeit ist mir die falsche und irreführende Auspreisung in den Discountläden übel aufgestoßen. Nicht nur bei Lidl, auch Penny und REWE lassen keine Tricks aus. Bei Lidl sind sie besonders unverschämt und dreist.
    Am besten nur noch mit Taschenrechner und Bodycamera zum Einkaufen und laut reklamieren, damit die anderen Kunden gleich gewarnt sind.

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