Guantanamo – So nicht!!!


 

Der ausgezeichnete Film

Der ausgezeichnete Film

Als Freund der amerikanischen Politik bin ich nun nicht gerade bekannt. Die Rechtslage in Guantanamo ist klar: Sie ist schlichtweg nicht vorhanden. Legitimation bekommt sie dennoch ganz aktuell, durch den Scharlatan Obama, der die Folterknechte gerade mit Freispruch nach Hause schickte. Um so mehr wahr es für mich an der Zeit, mir den preisgekrönten Film „The Road to Guantanamo“ auszuleihen. Doch damit kam neben Enttäuschung auch Wut hoch! Nein, nicht über Guantanamo, sondern um die haarsträubende Darstellung der „Opfer“ in diesen Film…

Dieser Film ist ein Plädoyer für die amerikanischen Vorgehensweisen, wenn auch höchstwahrscheinlich unfreiwillig. Auch wenn Regisseur Micheal Winterbottom im Interview auf der Berlinale plakativ behauptet, es sei ausschliesslich die Sichtweise der „Opfer“ dargestellt worden, so dient dieser Film nicht dem Ziel, Wahrheit hinter Guantanamo zu beleuchten. Warum? Nun, die „Zeugen“ wirken mehr als unglaubwürdig! Die Story der „Opfer“ ist platt und offensichtlich unwahr. Selbst einem extrem kritischen US Gegner wie mir drängt sich dieser Verdacht mehr als auf.

4 junge Männer mit islamischen Hintergrund wollen angeblich zu einer Hochzeit nach Pakistan fliegen. Soweit ja ganz Ok, aber die Story fliegt schon am Flughafen bei der Ankunft auf. Sie wissen nicht, wo sie übernachten sollen! Also bei einer Hochzeit gibt es doch bestimmt Verwandte der Braut, die zudem ja auch noch vor Ort wartet. Leider hat man trotz Hochzeitstermin vor Ort keinen Anlaufpunkt! Wer soll das denn glauben? Na gut, die Jungs sind nicht auf den Kopf gefallen und wenden sich in ihrer Suche an eine Moschee. Klar, dass man nicht zu einem Hotel fährt oder sich über die Telefongesellschaft eine Telefonnummer eines Verwandten besorgt. In der Moschee angekommen, findet dort rein zufällig eine Massenkundgebung gegen die USA und für die afghanischen Taliban statt und so ganz spontan entschliessen sich die Herren, anstatt zur Hochzeit zu gehen, einfach mal nach Afghanistan zu reisen, um nach den Rechten zu schauen…

Unterwegs wird einem der Vier so schlecht, dass die anderen der Meinung sind, er würde sterben. Jetzt könnte man meinen, dass sie vernünftiger Weise umdrehen und sich in Pakistan, ihrem eigentlich proklamierten Reiseziel um das gesundheitliche Wohl ihres Freundes kümmern, doch weit gefehlt. Es geht weiter in das Landesinnere von Afghanistan. Selbst als sie die Bombenangriffe der amerikanischen Luftwaffe miterleben, denken sie nicht an Umkehr und die wartende Braut im sicheren Pakistan. Nein, erst als sie es „langweilig“ finden, weil sie vor Ort nichts zu tun haben, wollen sie zurück! Und ausgerechnet jetzt geraten Sie auf der Rückreise in ein Taliban-Lager, welches angegriffen wird. Welch ein Zufall doch… 

Doch wir sind noch steigerungsfähig in der Unglaubwürdigkeit. Gefangenschaft bei der Nordallianz. Nachdem sie die Qualen des Transports als wenige Überlebende durchgestanden haben, werden sie von US Militärs verhört. Dem Tode entgangen, Hunger und unbeschreibliche Qualen ertragend, outen sie sich jetzt nicht als unschuldige Engländer, sondern beharren darauf aus Afghanistan zu stammen?! Warum, fragt sich der geneigte Zuschauer. Selbst als sie vom US Offizier auf ihre Lüge angesprochen werden, bestehen sie auf der falschen Herkunft. Macht das ein unschuldiger Mensch, der wieder nach Hause will und nichts zu verbergen hat?! Ich denke wohl eher nicht. Näher liegt doch hier die Vermutung, dass es sich um freiwillige Taliban Krieger handelt, die mit einem Outing nicht nur ihre Ideologie verraten, sondern sich des Hochverrats im eigenen Land schuldig machen würden. Wohl wesentlich bedrohlicher, so als vermeintlicher Märtyrer in die Geschichte einzugehen.

Auch die später vorgebrachten mündlichen „Beweise“, dass man wegen diverser Vorstrafen sich in England wegen Meldeauflagen befand, wirken wenig glaubhaft, zumal die verhörende US Abgesandte eindeutig identifizierbare Videoaufnahmen von Überwachungskameras zeigt, wo die Beschuldigten bei einer Kundgebung mit Osama bin Laden aufgezeichnet wurden. Auch die unbestrittenen Tatsachen, dass man vor Abreise zur vermeintlichen „Hochzeit“ in Pakistan, diverse Moscheen und radikale Kundgebungen „Anti USA“ besucht hat, runden das Bild vom freiwilligen Taliban Kämpfer glaubhaft ab. Warum die Personen dann aber aus Guantanamo entlassen werden, geht nicht deutlich hervor. Zumindest erfolgte kein Freispruch oder eine offizielle Entschuldigung der USA, was den Verdacht nahelegt, dass hier wohl die richtigen Leute gefasst wurden, es ihnen aber nicht eindeutig nachgewiesen werden konnte oder aber der politische Druck entsprechende Handlungsweisen erfordert hatte.

Alles in Allem wirken die „Opfer“ wenig glaubhaft und gewisse Handlungsweisen der US Militärs gewinnen bei mir sogar Verständnis. Allerdings ist unbestritten, dass die USA absolutes Unrecht begehen und Guantanamo keinerlei Existenzberechtigung besitzt! Um so mehr enttäuscht der Film, ja, er macht regelrecht wütend, da er der Sache keinen guten Dienst erweist. Mit diesem Film wird das Bemühen um die Aufarbeitung der US Invasion in Afghanistan und die Gefängnisstorys torpediert, ja sogar ad absurdum geführt! Schade, denn ein „echter“ Film wäre wohl dringend notwendig, in Anbetracht der jetzigen Vorgehensweise Obamas. So wird er in seinen unerträglichen Handlungen (Freispruch für die Folterknechte) noch unterstützt…

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Veröffentlicht in Allgemeines
2 comments on “Guantanamo – So nicht!!!
  1. Sophie sagt:

    Wow jemand der hinter alles schaut und es nicht so nimmt wie es gesagt wird dennoch es spielt keine Rolle ob wer schuldig ist oder nicht! Er hat sowas nicht verdient solche Folter/Behandlung ist in jedem Fall falsch. Folter usw. ist sowieso ein Verbrechen und wer es noch legal macht oder die täter freilläßt macht sich noch mehr schuldig den er legalisiert FOLTER! Die, die wegschauen oder die Wahrheit verdrehen auch. Momentan schauen ja alle Weg und wollen es ganz schnell vergessen. Keine Prozzese für „Folterknechte“ oder keine Strafe.–Obama kehrt alles unter den Teppich statt zu sagen es war ein VERBRECHEN und die Leute zur rechenschaft zu ziehen!

    Naja supi kommentar und es muss nen richtiger Film hin der die WAhrheit zeigt jeder sollte wissen was die Usa verprochen hat.
    Wenn sie es tun könen sie es niemanden vorwerfen auch nicht Diktaturen!

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  2. Consiliarius sagt:

    Nun hat der Obama sogar den Friedensnobelpreis dafür bekommen. Aber vielleicht erkennt man darin auch das wahre Vermächtnis vom Dynamithersteller. Irgendwie muss ja auch der größte Abnehmer des Knallstoffs gewürdigt werden…

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